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Laserjagd auf Killerkeime: Kampf gegen multiresistente Bakterien

Multiresistente Bakterien sind lebensgefährlich, ihre Identifizierung ein Wettlauf gegen die Zeit. Forschende entwickeln eine lasergestützte Methode zur ihrer Bekämpfung – und haben darüber einen spannenden Comic geschrieben.

Bakterielle Infektionen können eine gefährliche Entgleisung des Immunsystems auslösen, die eine lebensbedrohliche Sepsis (umgangssprachlich Blutvergiftung) zur Folge haben kann. 280.000 Menschen in Deutschland sind jedes Jahr davon betroffen, fast ein Viertel stirbt an den Folgen. Am Leibnitz-Institut für Photonische Technologie in Jena entwickeln Wissenschafter:innen einen Resistenz-Chip, der eine schnelle Bekämpfung der Erreger ermöglichen soll. Um ihre Technologie zu erklären, haben sie die Superheldin „Lasergirl“ auf eine spannende Reise in den Körper geschickt: Ein über 60 Seiten starker (kostenloser) Comic erzählt vom Kampf gegen den Killerkeim.

 

Laser-Girl hilft bei der Erkennung

Die dramatische Geschichte: Im Körper eines Patienten hat sich ein multiresistenter Keim ausgebreitet, Teile der Immunabwehr laufen Amok und zerstören unspezifisch körpereigene Infrastruktur – die Lage ist lebensbedrohlich. Mit Hilfe eines Geheimagenten des FBI (Federal Bureau of Infection) identifiziert Lasergirl den Keim und seine Schwachstellen, daraus lässt sich eine effektive Therapie ableiten. Der Comic liefert einen unterhaltsames Beispiel für die Herausforderungen, mit denen unser Immunsystem konfrontiert sein kann.

 

Forschung für schnellere Diagnostik

Die Wissenschaftler:innen hinter dem Projekt erklären anschließend auf 12 kurzweiligen Seiten, was hinter den Akteur:innen im Comic steht (der Geheimagent ist ein Leukozyt, dessen Eigenschaften Rückschlüsse auf den Angreifer zulassen). Um den Erreger einer Sepsis zu identifizieren und zu überprüfen, gegen welche Antibiotika er bereits resistent ist, muss er nach heutigen Verfahren isoliert und vermehrt werden – das dauert bis zu drei Tagen. Die neue Technik, bei der spezielle Chips, lasergestützte Untersuchungsmethoden und künstliche Intelligenz zur Auswertung großer Datenmengen verwendet werden, kann in nur 3 Stunden ein Ergebnis liefern – und dem Patienten im Ernstfall das Leben retten. Bis dahin wird es allerdings noch einige Jahre dauern: Noch befindet sich „Lasergirl“ in der Trainingsphase, sprich die Forschenden feilen noch an der klinikreifen Alltagstauglichkeit ihres Konzeptes.