Es kratzt im Hals, das Schlucken schmerzt. Halskratzen und Halsschmerzen sind oft die ersten Anzeichen dafür, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Um die unangenehmen Beschwerden schnell wieder loszuwerden, lohnt sich ein Blick auf Omas Hausmittel gegen Halsschmerzen. Wir stellen Dir die bewährtesten Mittel bei Halskratzen, Halsweh und entzündetem Rachen vor und erklären Dir, was Du tun kannst, um die Beschwerden in Hals und Rachen auf sanfte und natürliche Weise möglichst schnell loszuwerden.
Typische Symptome bei Halsschmerzen
Halsschmerzen können individuell recht unterschiedlich empfunden werden. Bei manchen machen sie sich als trockenes Gefühl im Rachen bemerkbar. Andere beschreiben den Schmerz eher als Kratzen oder Brennen im Hals. Neben dem unangenehmen Empfinden werden Halsschmerzen häufig von Schluckbeschwerden begleitet.
Weitere Symptome umfassen Heiserkeit, geschwollene Lymphknoten und vermehrte Schleimbildung. Je nach Ursache können weitere Beschwerden wie Fieber, Ohrenschmerzen, Stimmverlust, ein „Kloßgefühl“ im Hals, Appetitlosigkeit, Mundgeruch oder Husten hinzukommen.
Ursachen von Halsschmerzen
Die häufigste Ursache von Halsschmerzen sind Erkältungsviren. Gelangen die Erreger in den Rachen, können sie dort zu einer schmerzenden Entzündung der Rachenschleimhaut führen. Akute Halsschmerzen klingen meist innerhalb weniger Tage von alleine wieder ab. Sind die Halsschmerzen sehr stark und von Fieber begleitet, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden, da auch eine Entzündung der Mandeln oder Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Pfeiffersches Drüsenfieber (Eppstein-Barr Virus) dahinterstecken können (s. Tabelle).
Erstrecken sich die Halsschmerzen über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen, werden sie als chronische Halsschmerzen bezeichnet. Zu den möglichen Ursachen gehören neben Hals- und Rachenentzündungen das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, Schnarchen, Allergien, funktionelle Stimmstörungen sowie intensive Stimmbelastungen bei Vielsprechern oder untrainierter Stimme. Aber auch äußere Einflüsse wie Rauchen, eine niedrige Luftfeuchtigkeit (z.B. durch Klimaanlagen) und andere Umweltfaktoren können dazu führen, dass die Halsschmerzen chronisch werden.
Kurz und knapp: Krankheiten, die mit Halsschmerzen einhergehen können und ihre typischen Symptome (Beispiele):
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Erkrankung |
Auslöser |
Symptome |
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Grippaler Infekt/ Erkältung |
Erkältungsviren |
Allmählicher Erkrankungsbeginn mit Halsschmerzen und anderen Symptomen der Erkältung |
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Echte Grippe (Influenza) |
Grippeviren |
Plötzlicher Erkrankungsbeginn; hohes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten |
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Akute, bakterielle Mandelentzündung |
Streptokokken |
Starke, manchmal einseitige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, geschwollene Mandeln, hohes Fieber, Abgeschlagenheit |
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Kehlkopfentzündung |
Viren, übermäßige Beanspruchung der Stimme, äußere Einflüsse |
Halsschmerzen, Heiserkeit bis zum Stimmverlust |
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Pfeiffersches Drüsenfieber |
Eppstein-Barr Virus |
Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten. |
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Scharlach |
Streptokokken |
Halsschmerzen, hohes Fieber, geschwollene, belegte Mandeln, tiefroter Gaumen, glänzend rote Zunge, Hautausschlag |
Halsschmerzen – was hilft?
Wenn Schluckbeschwerden und Schmerzen im Hals die Stimmung trüben, solltest Du Deinem Körper Ruhe gönnen, damit das Immunsystem gut arbeiten kann. Schnelle Abhilfe können auch schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen schaffen. In der Apotheke sind zudem Mittel erhältlich, die den Rachen kurzfristig lokal betäuben können und entzündungshemmend wirken. Meist werden diese als Lutschpastillen, Sprays oder Lösungen zum Gurgeln angeboten.
Darüber hinaus können altbewährte Hausmittel wie Pflanzenextrakte Linderung bringen. Hilfreich ist zudem, die Schleimhäute im Hals- und Rachenraum stets feucht zu halten.
Lassen die Halsschmerzen nach ein paar Tagen immer noch nicht nach oder werden sogar stärker, solltest Du die Ursache ärztlich abklären lassen, damit eine gezielte Behandlung eingeleitet werden kann. Gleiches gilt, wenn sich zu den Halsschmerzen hohes Fieber hinzugesellt. Hals-Nasen-Ohrenärzte oder -ärztinnen sind hier die richtigen Ansprechpartner:innen.
Omas Hausmittel gegen Halsschmerzen – was hat sich bewährt?
Was tun gegen Halsschmerzen? Wenn Halsschmerzen uns plagen, ist es oftmals nicht nötig, sofort ein schmerzstillendes Medikament zu nehmen. Im Gegenteil. Die Natur bietet eine Reihe von bewährten Hausmitteln, um dem Schmerz und Kratzen den Garaus zu machen. Häufiges Mittel der Wahl sind z. B. natürliche Substanzen, die sich wie ein Schutzfilm über die gereizten Schleimhäute legen. Hier stellen wir Dir die gängigsten Mittel aus Omas Hausapotheke vor.
Gurgeln
Eines der bekanntesten Hausmittel bei Halsschmerzen ist das Gurgeln. Je nach Vorliebe können dafür Salzwasser oder Kräutertee verwendet werden. Tees aus Salbei oder Kamille beispielsweise wirken nicht nur beruhigend auf die gereizte Schleimhaut, sondern scheinen auch desinfizierende Effekte zu haben. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist der Effekt des Gurgelns allerdings nicht, was aber nicht bedeutet, dass er nicht existiert. Vielmehr ist das Interesse an der Erforschung von Hausmitteln eher gering.
Eine Pilot-Studie aus dem Jahr 2021 zeigte aber beispielsweise, dass eine Salzwasser-Nasenspülung in Kombination mit Gurgeln, die Erkältungsdauer und die Einnahme von Medikamenten reduzierte. Ausprobieren lohnt sich also in jedem Fall.
Tipp: Eine Salzwasserlösung kannst Du ganz einfach selbst herstellen. Gib einfach einen Teelöffel Salz in warmes Wasser und rühre so lange um, bis sich das Salz vollständig gelöst hat. Gurgele anschließend alle zwei bis drei Stunden etwa fünf Minuten lang.
Salbei und Pfefferminze
Salbei und Pfefferminze enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, denen entzündungshemmende, schmerzlindernde und anti-mikrobielle Eigenschaften zugesprochen werden. Als Lösungen, Tee oder Lutschbonbons verabreicht, werden die beiden Kräuter daher gerne bei Infektionen des Munds und Rachens eingesetzt. In Kombination mit Echinacea zeigte Salbei auch in einer klinischen Studie einen schmerzlindernden Effekt.
Lutschpastillen mit Isländisch Moos oder Spitzwegerich
Isländisch Moos und Spitzwegerich enthalten Schleimstoffe, die sich schützend auf die Schleimhaut des Rachenraums legen und so die Reizung im Hals lindern können. Als Pastille oder Lutschbonbon verzehrt, regen sie zusätzlich den Speichelfluss an, so dass die Schleimhäute gut befeuchtet werden. Spitzwegerich kann alternativ auch als Tee getrunken werden.
Ausreichend trinken
Um trockene Schleimhäute zu verhindern, wird bei Halsschmerzen empfohlen ausreichend zu trinken. Wasser oder Tee bieten sich hier besonders an. Wer mag kann den Tee auch mit etwas Honig süßen, da Honig bei Halsschmerzen wohltuende Wirkungen zugesprochen werden.
Warme Milch mit Honig
Lange Zeit wurde dem Mythos Glauben geschenkt, dass Milch bei Erkältungen die Verschleimung verschlimmere. Dafür gibt es allerdings keinerlei Hinweise. Im Gegenteil. Bei Kratzen im Hals kann eine warme Milch wohltuend wirken, da sie sich zusammen mit dem Speichel wie ein Film auf die gereizte Schleimhaut legt. Auch Honig kommt als bewährtes Hausmittel in Frage. Immerhin konnten sogar Studien dokumentieren, dass Honig bei einer Erkältung wirksam ist.
Hohe Luftfeuchtigkeit
Trockene Luft wie sie in der kalten Jahreszeit in beheizten Räumen vorherrscht, kann die Schleimhäute austrocknen und so Beschwerden verschlimmern. Daher empfiehlt es sich bei Halsschmerzen genauso wie bei Husten und Schnupfen, durch das Aufhängen von nassen Tüchern die Luftfeuchtigkeit des Raums zu erhöhen. Alternativ kannst Du auch Wasserbecher neben der Heizung platzieren.
Warme Halswickel
Ein anderes bewährtes Hausmittel, um Halsschmerzen zu behandeln, ist der warme Halswickel. Wärme fördert die Durchblutung und soll so den Heilungsprozess bei Schmerzen und Heiserkeit unterstützen. Alternativ kann auch ein kalter Halswickel Linderung bringen, der solange um den Hals gewickelt wird, bis er warm wird. Kühlend wirkt auch der Quarkwickel, bei dem anstelle von kaltem Wasser eine Schicht Magerquark auf ein Tuch gegeben wird. Wer allerdings sowieso schon fröstelt, sollte lieber auf den warmen Wickel oder einen kuschelig, warmen Schal setzen.
Tipp: Besonders lange kannst Du bei einem Kartoffelwickel von der Wärme profitieren, da die Knollen die Wärme gut speichern. Dazu werden die Kartoffeln gekocht, mit einer Gabel zerdrückt und in ein Tuch eingeschlagen. Wichtig: prüfe vor dem Anlegen die Temperatur, um Verbrennungen zu vermeiden.
Heiße Zitrone
Bei Halsschmerzen wirkt auch eine heiße Zitrone wohltuend. Um vom hohen Vitamin C Gehalt des Hausmittels zu profitieren, solltest Du den Zitronensaft allerdings nicht mit kochendem Wasser aufgießen. Auf diese Weise wird nämlich ein Teil des hitzeempfindlichen Vitamins zerstört. Besser ist es daher, die Zitrone nur mit lauwarmem Wasser zuzubereiten.
Ingwer
Ingwer ist bei einer Erkältung vielseitig einsetzbar. Das liegt daran, dass seine Scharfstoffe (Gingerole) die Durchblutung anregen und die enthaltenen Schleimstoffe sich wie Balsam auf die gereizten Schleimhäute legen können. Seine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung ist aus Laborstudien bekannt, so dass es sich durchaus lohnt, Ingwertee als Getränk oder Gurgellösung auszuprobieren.
Lautes Sprechen vermeiden
Um zu verhindern, dass der Schmerz sich verschlimmert, hilft es außerdem, die Stimme bei Heiserkeit und Co. zu schonen und auf lautes sowie häufiges Sprechen zu verzichten – insbesondere bei spürbaren Stimmbeschwerden. Auch Flüstern belastet den Hals, bei Halsschmerzen hilft also auch Schweigen.
Hausmittel gegen Halsschmerzen bei Kindern
Wenn Halsschmerzen bei Babys und kleinen Kindern auftreten, lässt sich das manchmal daran erkennen, dass sie kaum essen oder trinken wollen und der Hals gerötet ist. Sobald der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin harmlose Halsschmerzen bestätigt hat, kannst Du mit einfachen Hausmitteln die Beschwerden der Kleinen behandeln.
Allerdings eignen sich nicht alle Mittel bei Halsweh gleich gut. Gurgeln und Inhalieren ist natürlich erst möglich, wenn die Kinder größer sind. Eine Verbesserung der Luftfeuchtigkeit, Kamillentee und feuchtwarme Wickel sind aber meist in jedem Alter möglich.
Auch die warme Milch mit Honig ist bei Kindern ein gern gesehenes Hals-Schmerzen-Hausmittel. Vor dem Zubettgehen getrunken, kann sie sich zudem günstig auf den Schlaf auswirken. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig allerdings tabu, da Honig ein rohes Lebensmittel ist und eine Belastung mit bestimmten Bakterien nicht ausgeschlossen werden kann.
Tipp: Wenn das Schlucken schwerfällt, kann es bei kleinen Kindern helfen, eine leichte Mahlzeit (z. B. Kartoffeln und Möhren) als Brei anzubieten oder einfach auf Omas Hühnersuppe zu setzen.
Hausmittel gegen Halsschmerzen während der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sind Frauen aufgrund hormoneller Umstellungen manchmal anfälliger für Infekte wie Erkältungen. Halsschmerzen können aber auch manchmal die Folge von Sodbrennen sein, von dem schwangere Frauen oft betroffen sind. Da nicht jede Halsschmerztablette während der Schwangerschaft erlaubt ist, bieten Hausmittel eine wichtige Alternative.
Bewährt haben sich beispielsweise sanfte Tees aus Kamille oder Fenchel. Salbeitee und Pfefferminztee sollten nur in Maßen und am besten nach Rücksprache mit der Frauenärztin bzw. des Frauenarztes getrunken werden. Unbedenklich sind natürlich Hausmittel wie Halswickel, Gurgeln und frische, feuchte Luft.
Ernährungstipps bei Halsschmerzen
Da der Hals bei Halsschmerzen sowieso schon gereizt ist, solltest Du auf Lebensmittel verzichten, die die Rachenschleimhaut zusätzlich stressen. Dazu zählen neben stark gewürzten und scharfen Speisen, auch Alkohol und sehr harte Lebensmittel wie Brot mit harter Kruste.
Stattdessen bieten sich Mahlzeiten an, die aus weichen Zutaten bestehen. Warme Suppen aus Gemüse oder die gute alte Hühnerbrühe werden meist als wohltuend empfunden und bessern die Flüssigkeits- und Vitaminbilanz auf. Gerne kannst Du die Suppen auch mit entzündungshemmenden Gewürzen wie Ingwer oder Kurkuma würzen und sie so noch ein bisschen aromatischer gestalten.
Zum Frühstück eignet sich z. B. ein warmes Porridge mit weichgekochten Äpfeln und Zimt.
Grundsätzlich gilt es bei Halsschmerzen und anderen Symptomen der Erkältung seinen Körper mit ausreichend „abwehraktiven“ Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin C, Zink und Selen zu versorgen. Eine pflanzenbetonte, abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ist daher zur Unterstützung des Immunsystems ideal.
Zudem solltest Du darauf achten, genügend entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus fettem Fisch wie Lachs oder Makrele) und Ballaststoffe aufzunehmen. Letztere unterstützen die Gesundheit des Darms, in dem rund 80 Prozent unserer Immunzellen beherbergt sind.
Halsschmerzen vorbeugen
Halsschmerzen vorzubeugen, heißt in erster Linie die eigene Abwehr zu stärken. Neben einer gesunden Ernährung spielen hier auch ausreichend Bewegung, erholsamer Schlaf und Stressmanagement eine entscheidende Rolle für ein starkes Immunsystem. Die Gesundheit der Rachenschleimhaut können wir zudem fördern, indem wir auf Genussmittel wie Nikotin und Alkohol verzichten.
Sind Halsschmerzen das Resultat einer Allergie, ist es natürlich wichtig, die auslösenden Allergene zu meiden.
Da ein normaler Feuchtigkeitshaushalt der Schleimhaut wichtig ist, um Infektionen und Reizungen vorzubeugen, sollten wir außerdem ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken und durch regelmäßiges Lüften auf ein gutes Raumklima achten.
Auch Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft tun den oberen Atemwegen gut und sorgen, zumindest zwischen April und Oktober, dafür, dass unser Körper Vitamin D bilden kann. Vitamin D übernimmt im Rahmen der körpereigenen Abwehr wichtige Funktionen. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung kann Studien zufolge das Risiko für Atemwegsinfekte reduzieren.
Daneben sind natürlich grundlegende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen essenziell, um mögliche Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu bekämpfen und sich so vor Infektionen im Hals- und Rachenbereich zu schützen.