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Was bedeutet es, immun zu sein?

Immunität – den Begriff kennen wir alle. Uns kommen sofort Wörter wie Infektion, Schutzimpfung, Medizin und Gesundheit in den Sinn. Doch welche Bedeutung hat der Begriff genau und was heißt es eigentlich, immun zu sein? Und wie wird man immun?

Was ist Immunität?

Wer den Begriff „Immunität“ im Duden nachschlägt, findet folgende Definition: „für bestimmte Krankheiten unempfänglich, gegen Ansteckung, Schädigung o.ä. gefeit“. In einfachen Worten heißt das, wir können uns nicht mehr mit einer bestimmten Krankheit anstecken. Unser Immunsystem verhindert in diesem Fall, dass die Krankheit überhaupt erst ausbricht, wenn wir dem entsprechenden Keim ausgesetzt sind. Weil unser Körper Antikörper gegen den Erreger entwickelt hat, können wir gesund bleiben bzw. nimmt die Erkrankung einen milderen Verlauf.

Wie werden wir immun?

Eine Möglichkeit immun zu werden, ist eine Erstinfektion mit einem Krankheitserreger. Eine andere wirksame Möglichkeit ist die Impfung. Der medizinische Begriff, der in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist, ist die sogenannte Immunisierung. Diese beschreibt ein gezieltes Herbeiführen einer Immunität – durch die Verabreichung eines Impfstoffes oder das Spritzen von Antikörpern gegen einen bestimmten infektiösen Organismus. Bestes Beispiel sind die Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland für Kinder empfohlen werden. Zur Prävention hochansteckender Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Keuchhusten werden abgetötete bzw. abgeschwächte Krankheitserreger verimpft, die dem Körper eine Infektion vortäuschen. Darauf reagiert unser Immunsystem mit einer Bildung von Antikörpern und baut so die Immunität auf.

Angeborene Immunität – der natürliche Schutz vor Infektionen

Unser Körper wird ständig durch infektiöse Keime aus seiner Umwelt bedroht (darunter Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten), und besitzt daher von Geburt an eine Immunabwehr, um geschützt zu sein. Wäre der Körper zu Beginn des Lebens nicht zu einer Immunreaktion fähig, könnten wir als Säuglinge gar nicht überleben. Man spricht dabei von angeborener Immunität oder angeborener Immunantwort.

Diese angeborene Abwehr besteht vor allem aus verschiedenen Arten weißer Blutkörperchen, wie Monozyten oder Natürliche Killerzellen, die verschiedene Aufgaben bei der Infektabwehr übernehmen. Beispielsweise machen sie die Erreger unschädlich oder vernichten infizierte Zellen. Allerdings sind diese Abwehrzellen nicht in der Lage, gezielt auf einen speziellen Krankheitserreger wie beispielsweise Rhino- oder Corona-Viren zu reagieren. Alle schädlichen Eindringlinge werden mehr oder minder gleich bekämpft.

Da die angeborene Immunität den Körper schützt, ohne auf bestimmte Keime spezialisiert zu sein, bezeichnet man sie auch als unspezifisches Immunsystem. Eine gezielte Immunität gegen eine Infektionskrankheit kann diese angeborene Immunantwort nicht gewährleisten.  Um tatsächlich immun zu sein, bedarf es einer Immunantwort, bei der Fremdkörper konkret erkannt und entsprechend abgewehrt werden. Diese wird auch als erworbene Immunität bezeichnet.

Erworbene Immunität: Warum kann eine Erstinfektion vor erneuten Infektionen schützen?

Um etwa gegen ein Virus immun zu werden, muss der Körper spezifische Abwehrmechanismen entwickeln, die genau auf dieses Virus, beziehungsweise seine Antigene zugeschnitten sind. Antigene sind Stoffe, die das Immunsystem als fremd erkennt.

 Einen solchen Schutz kann das Immunsystem aufbauen, wenn es mit dem Virus in Kontakt kommt. So entsteht die erworbene Immunität. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Immunantwort auf spezifische Antigene bestimmter Erreger angepasst wird. Wenn ein Erreger erstmals in unseren Körper eindringt, wird unser Immunsystem aktiv. Es beginnt damit, den Erreger zu bekämpfen, was bei uns meist zu Krankheitssymptomen führt. Die unspezifische Abwehr ist zwar voll aktiv und wirksam, kann aber die Vermehrung des Virus bzw. den Ausbruch der Infektion nicht immer verhindern.

Während der Infektion bilden die B-Zellen sogenannte Antikörper, die sich auf die Oberfläche des Virus setzten und ihn dadurch unschädlich machen. Diese Antikörper sind Teil der spezifischen Immunabwehr, sie werden gespeichert als Gedächtniszellen. Unser Organismus ist nun sensibilisiert in Bezug auf das Virus. Da sich das Abwehrsystem an die Antigene anpasst, wird dieser Teil des Immunsystems auch als adaptive Immunität bezeichnet.

Kommen wir erneut mit dem Virus in Kontakt, kann die spezifische Immunabwehr sofort reagieren. Sie erkennt das Virus durch die vorhandenen Antikörper, die perfekt auf die Virenoberfläche passen, und produziert schlagartig große Mengen weiterer Antikörper. Das Virus wird unschädlich gemacht, bevor die Krankheit überhaut ausbrechen kann. Jetzt sind wir immun.

Die spezifische Abwehr und damit die Immunität gegenüber bestimmten Erregern muss unser Körper im Laufe des Lebens erst aufbauen. Daher ist das Immunsystem von Kindern auch infektanfälliger als bei Erwachsenen.

Das Immunsystem „lernt“ mit jedem Kontakt zu einem neuen Keim dazu und kann dann beim Zweitkontakt meist so schnell aktiv werden, dass wir keine Krankheitssymptome bemerken.

Immun durch Impfung

Dank unserer modernen Medizin müssen wir allerdings nicht jede Krankheit durchlebt haben, um dagegen immun zu werden. Neben einer natürlichen Immunität aufgrund einer durchgemachten Infektion können wir die Immunität auch mit medizinischer Hilfe herbeiführen. Mit einer entsprechenden Impfung können wir also vorbeugen. Dabei wird im Organismus mit einem speziell auf einen Krankheitserreger ausgelegten Impfstoff eine Immunantwort ausgelöst. Dies kann auch verschiedene Arten erfolgen.

Durch die Aktualität des Impfens gegen Covid-19 ist das Interesse an den Unterschieden der verschiedenen Impfstoffarten stark gestiegen. Bei den Impfstoffen gibt es verschiedene Arten, die sich in ihrer Herstellung, Zusammensetzung und Wirkweise unterscheiden:

  • Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Erreger, deren krankmachende Eigenschaften abgeschwächt wurden.
  • Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe enthalten abgetötete Erreger bzw. Bestandteile davon.
  • mRNA-Impfstoffe enthalten keine Erreger, sondern liefern dem Körper lediglich Informationen zur Herstellung von Antigenen, gegen die das Immunsystem dann Antikörper bildet.
  • Vektorimpfstoffe enthalten für den Menschen harmlose Träger-, Transport- oder Vektorviren, in denen ein Teil des Genmaterials des eigentlichen Erregers eingebaut ist.

Manche Menschen haben nach einer Impfung eine leichte Immunreaktion und fühlen sich etwas schlapp, weil die Abwehr leicht reagiert, andere merken gar nichts vom Kontakt. Meist sind mehrere aufeinander folgende Teilimpfungen nötig, um einen ausreichenden sogenannten Antikörpertiter (eine Grundimmunität) zu erreichen. Der Titer ist ein Maß, das über die Menge vorhandener Antikörper Auskunft gibt.

Wie lange sind wir eigentlich immun?

Nie wieder krank dank Immunität? Naja, nicht ganz. Wie lange wir nach einer Erkrankung oder einer Impfung immun bleiben, ist unterschiedlich. Bei einigen Erregern hält der Schutz nach der Grundimmunisierung im Babyalter ein Leben lang an. Bei anderen benötigt man nach ca. zehn Jahren eine Auffrischung, bei wieder anderen sind kürzere Abstände nötig. Das hängt vom „Impfzweck“ ab. Das Immunsystem muss bei Auffrischungen wieder an den Keim „erinnert“ werden. Bei Unklarheit über den eigenen Status hilft ein Besuch bei dem:der Hausärzt:in, Impfbuch nicht vergessen.