Carotinoide: Wirkung, Lebensmittel, Mangel & Tagesbedarf
In diesem Beitrag erfährst Du, welche Carotinoide es gibt, wie sie im Körper wirken und welche Lebensmittel besonders reich an diesen Pigmenten sind.1,2,3
- Carotinoide sind natürliche, fettlösliche Pigmente aus Pflanzen, die Lebensmitteln wie Karotten, Paprika und Tomaten ihre gelbe, orange oder rote Farbe verleihen.
- Provitamin-A-Carotinoide wie Beta-Carotin tragen als vegane Quelle zur Vitamin-A-Versorgung bei und wirken zusätzlich antioxidativ gegen freie Radikale.
- Lutein und Zeaxanthin schützen als Bestandteile der Netzhaut die Augen vor UV-Strahlung; Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang mit einem verlangsamten Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration hin, weitere Forschung ist aber nötig.
- In der EU sind Health Claims ausschließlich für Provitamin-A-Carotinoide wie Beta-Carotin zugelassen, da sie dieselbe Funktion wie Vitamin A erfüllen.
- Nahrungsergänzungsmittel sollen laut Empfehlung maximal 3,5 mg Beta-Carotin pro Tagesverzehr enthalten; die EFSA stuft bis zu 15 mg Beta-Carotin pro Tag als unbedenklich ein.
Was sind Carotinoide?
Carotinoide sind eine weit verbreitete Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die als Farbstoffe und Antioxidantien dienen. Antioxidantien können den Körper vor reaktionsfreudigen Sauerstoffmolekülen, sogenannten freien Radikalen, schützen. Diese instabilen Moleküle können oxidativen Stress auslösen und Deine Zellen schädigen, wenn sie im Übermaß vorhanden sind.3,4
Die fettlöslichen Pigmente kommen in zahlreichen Pflanzen vor. Dort spielen sie eine Rolle bei der Photosynthese, also dem Prozess, bei dem Pflanzen mit Hilfe von Licht energiereiche Verbindungen (Zucker) aus Wasser und Kohlendioxid aufbauen. Zudem dienen Carotinoide dem Schutz der Pflanzenzellen vor Schäden durch oxidative Prozesse, die durch UV-Licht ausgelöst werden.5,6
Carotinoide verleihen auch Blüten und Früchte ihre charakteristische Farbe, ebenso Krebstieren wie Krill und Hummer, Vogelfedern, der menschlichen Haut, Eigelb und dem Gelben Fleck im Auge, der Makula. Carotinoide decken das Farbspektrum gelb, orange und rot ab.2
Bis zum Jahr 2018 waren Forschenden etwa 850 natürliche Carotinoide bekannt, von denen der menschliche Körper ungefähr 50 als Vorstufe für Vitamin A (Provitamin A) nutzen kann.7
Carotinoide unterteilen sich in zwei Gruppen:
- Die Carotine setzten sich aus Kohlenstoff- (C) und Wasserstoffatomen (H) zusammen. Dazu gehören beispielsweise:
- Alpha-Carotin: Es kann in Vitamin A umgewandelt werden und findet sich hauptsächlich in orangefarbenen Karotten, in Kürbis und in rotem Palmöl.2
- Beta-Carotin: Die bekannteste Form und das wichtigste Provitamin A kommt reichlich in gelben und orangen Gemüse- und Obstsorten wie Karotten, Aprikosen, Süßkartoffeln und Kürbis vor, aber auch in grünem Blattgemüse und Kohl sowie in rotem Palmöl.2,8
- Lycopin: Das Nicht-Provitamin-A-Carotinoid findet sich insbesondere in Tomaten und Tomatenprodukten und verleiht ihnen die schöne rote Farbe.9
- Die Xanthophylle enthalten zusätzlich Sauerstoff und weisen eine große Vielfalt auf: Bis 2018 waren etwa 800 verschiedene Formen beschrieben. Bekannte Vertreter sind
- Astaxanthin: Das starke Antioxidans färbt zum Beispiel Krebstiere sowie das Federkleid der Flamingos.
- Canthaxanthin: Der orange-rote Farbstoff wird im Tierfutter eingesetzt, um zum Beispiel Eidotter zu einer sattgelben Farbe zu verhelfen. Daneben wird er für verschiedene Lebensmittel und in Kosmetika verwendet.10
- Capsanthin: Der Hauptfarbstoff roter Paprika wird für Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch- und Wurstwaren, Kosmetika und im Tierfutter (für Eidotter) genutzt.11
- Beta-Cryptoxanthin: Es ähnelt Beta-Carotin und kann ebenfalls in Vitamin A umgewandelt werden.12 Größere Mengen kommen in orangen Früchten wie Mandarinen, Kakis, Orangen, Papayas, Kürbis und orangen Paprika13,14, aber auch in Rosenkohl (11,6 µg/g) vor.15
- Lutein: Es findet sich im Auge (im gelben Fleck) und färbt beispielsweise auch Kanarienvögel.
- Zeaxanthin: Das Farbpigment aus Brokkoli, Mais und Paprika sowie aus Eidotter reichert sich zusammen mit Lutein in der Netzhaut des Auges (im gelben Fleck) an.16
- Molekülstruktur bestimmt Farbe
Die Farben der Carotinoide hängen mit ihrer chemischen Struktur zusammen. Durch die Abfolge von Einzel- und Doppelbindungen absorbieren sie vor allem kurzwelliges, also violettes und blaugrünes Licht. Die übrigen Wellenlängen werden reflektiert, sodass sie für den Menschen gelb, orange oder rot erscheinen.17 - Bunter Herbst
Xanthophylle kommen verbreitet in Blättern vor. Ihre Farbe wird jedoch durch das Blattgrün überdeckt. Wenn im Herbst das grün färbende Chlorophyll abgebaut wird, sorgen die Carotinoide für die gelbe und rote herbstliche Verfärbung.12 - Tierische Carotinoide
Eigentlich sind nur photosynthetisch aktive Bakterien, Algen und Pflanzen sowie Pilze zur Carotinoid-Synthese fähig. Einige Spinnmilben und Insekten besitzen jedoch Gene, die ursprünglich von Pilzen oder Bakterien stammen und ihnen die Bildung von Carotinoiden ermöglichen. Dadurch versorgen beispiels-weise Läuse räuberische Insekten wie Marienkäfer und Libellen mit diesen wichtigen Antioxidantien.7,18
Verschiedene Carotinoide dürfen genutzt werde, um Lebensmittel – wie beispielsweise Margarine oder Säfte – zu färben. Auch in Futtermitteln dienen sie dazu, bestimmten Nahrungsmitteln wie Eidotter oder Fischfleisch die gewünschte Farbe zu verleihen.19,20
Als Lebensmittelzusatzstoffe kommen sie jeweils nur in geringen Mengen vor und tragen E-Nummern:21,22,23
- Astaxanthin (E 161j)
- Beta-Carotin (E 160a)
- Canthaxanthin (E 160g)
- Capsanthin (E 160c)
- Lutein (E 161b)
- Lycopin (E 160d)
- Zeaxanthin (E 161h)
Carotinoide-Wirkung: Für was sind Carotinoide gut?
Welche Aufgaben haben Carotinoide im menschlichen Körper? Je nach Carotinoid stehen verschiedene Wirkungen im Fokus: Provitamin A-Carotinoide wie Alpha- (α-) und Beta- (β-)-Carotin, aber auch Beta-Cryptoxanthin sind eine wichtige Quelle für Vitamin A. In den Zellen der Dünndarmschleimhaut werden sie durch ein Enzym in Retinal, eine Form von Vitamin A, umgewandelt. Dabei ergibt Beta-Carotin am meisten Vitamin A.24
Lutein und Zeaxanthin sind Bestandteile der Netzhaut. Ihnen verdankt der Punkt des schärfsten Sehens, der sogenannte gelbe Fleck (die Makula) seine gelbe Farbe. Sie schützen die empfindlichen Lichtsinneszellen im Auge vor intensiver UV-Strahlung und wirken als natürlicher Lichtfilter („Sonnenbrille“). Zudem deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass ihre Einnahme in Verbindung mit weiteren Nährstoffen (Vitamin C und Vitamin E sowie Zink und Kupfer) das Fortschreiten der sogenannten altersbedingten Makuladegeneration bremsen kann. Dabei handelt es sich um eine Augenerkrankung, die das Scharfsehen verschlechtert.25,26,27,28,29
Sind Carotinoide Antioxidantien?
Antioxidantien sind körpereigene Schutzstoffe, auch „Radikalfänger“ genannt. Vielfach wirken Carotinoide antioxidativ; das bedeutet, sie können freie Radikale unschädlich machen. Das sind reaktionsfreudige Sauerstoffteilchen, die sich im Körper ansammeln und Zellen und Gewebe schädigen können. Man spricht dann von oxidativem Stress. Die wichtigste Funktion von Carotinoiden in Pflanzen ist es, bei der Photosynthese vor oxidativem Stress durch übermäßige Lichteinwirkung (UV-Strahlung) zu schützen. Zahlreiche Studien lassen darauf schließen, dass diese antioxidative Wirkung auch Tieren und Menschen zugutekommen kommen kann, die diese Farbstoffe verzehren.30
In diesem Zusammenhang wird Carotinoiden eine schützende Wirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gegen Krebs zugeschrieben. Denn oxidativer Stress ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Erkrankungen. So waren in einer US-amerikanischen Studie hohe Alpha-Carotin-Spiegel im Serum mit einem niedrigeren Sterberisiko verbunden. Das galt für die Gesamtsterberate als auch für die Sterberate durch Herz-Kreislauf- sowie durch Krebs-Erkrankungen. Die Ergebnisse einer Übersichtsarbeit deuten ebenfalls darauf hin, dass ein höherer Gehalt an im Blut zirkulierenden Carotinoiden mit einem verringerten Brustkrebsrisiko zusammenhängen kann.31,32,33,34
- Karotten ursprünglich nicht orange
Die Karotte (Daucus carota) stammt ursprünglich aus Afghanistan. Von dort aus verbreitete sie sich als Wurzelgemüse sowohl nach Osten als auch nach Westen. Sie war anfänglich gelb bis violett gefärbt.35 In Europa waren zuerst gelbe Karotten populär. Landwirte wählten Sorten aus, deren Blüte verzögert einsetzt, denn bei blühenden Pflanzen verholzen die Wurzeln. Diese Sorten enthielten gleichzeitig mehr Alpha- und Beta-Carotin. Durch gezielte Zucht setzten sich so orange Sorten durch. Zudem waren sie süßer, was zusammen mit der Farbe die Beliebtheit steigerte.36 - Karotten-Gen in der Tomate
Um Pflanzen ertragreicher und stresstoleranter zu machen, experimentierten Forschende unter anderem mit der Übertragung von Genen für Carotinoide. Zum Beispiel übertrugen sie ein Gen aus der Karotte in verschiedene Tomaten, das Lycopin in Beta-Carotin umwandelt. Die Tomaten wurden so toleranter gegenüber hoher Lichtintensität, Salzgehalt und Trockenheit. Dadurch konnten die Forschenden den Ertrag deutlich steigern, die Früchte waren haltbarer und enthielten mehr Provitamin A.37,38 - Teurer Farbstoff
Der teuerste natürliche Farbstoff der Welt enthält ebenfalls Carotinoide: Safran verdankt seine intensive Farbe vor allem den Carotinoiden Crocin und Crocetin. Die Safranfäden sind tiefrot, färben das Essen jedoch goldgelb. Zudem wird Crocin hinsichtlich möglicher positiver Effekte auf die Gehirngesundheit untersucht.39,40,41
Health Claims: Die wissenschaftlich bestätigten Funktionen von Carotinoiden
Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat verschiedene Carotinoide wissenschaftlich bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Union gesundheitsbezogene Angaben, sogenannte Health Claims, nur für Provitamin-A-Carotinoide wie Beta-Carotin festgelegt, die sie ihrer Funktion als Vorstufe von Vitamin A verdanken. Das bedeutet, sie haben die gleichen Health Claims wie Vitamin A, die dann lauten:
In der Netzhaut des Auges bildet Retinal, eine Form von Vitamin A, zusammen mit einem Eiweiß (Protein) das sogenannte Sehpurpur (Rhodopsin). Es kommt insbesondere in den Stäbchen vor, den länglichen Lichtsinneszellen, die für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich sind. Beim Sehvorgang reagiert das Pigment auf einen Lichtreiz; durch Weiterleitung des Signals ins Gehirn entsteht ein Bild. Ist zu wenig Vitamin A vorhanden, kann dies zu Nachtblindheit führen.42,43
Vitamin A ist an der Differenzierung (Spezialisierung) vieler Zellen beteiligt, wobei es entweder eine hemmende oder eine stimulierende Wirkung ausübt. Dazu heftet es sich an bestimmte Bindungsstellen (Rezeptoren) im Zellkern an.42
Vitamin A ist für die oberste Zellschicht (Epithel) des gesamten Körpers notwendig: zum einen für die Zelldifferenzierung, zum anderen reguliert es Gene, die für die Bildung verschiedener Eiweiße zuständig sind. Fehlt das Vitamin, werden Haut und Schleimhäute trocken. Insbesondere in den Atemwegen gehen schleimproduzierende Zellen verloren.42,44
Vitamin A reguliert die Abwehrkräfte, indem es in das Gleichgewicht bestimmter Immunzellen eingreift und beispielsweise die Bildung bestimmter weißer Blutkörperchen sowie von Antikörpern unterstützt. Auch hemmt es entzündungsfördernde Botenstoffe. Zudem stärkt Vitamin A die Schleimhäute, die als Schutzbarriere gegen Krankheitserreger dienen.
Ein Vitamin-A-Mangel steigert die Anfälligkeit für Infekte.42,45
Das Vitamin hilft dem Körper, gespeichertes Eisen zu mobilisieren, damit es in rote Blutkörperchen eingebaut werden kann. Fehlt Vitamin A, kann trotz ausreichend Eisen eine Blutarmut bestehen.42
Carotinoide-Tagesbedarf: Wie viel Carotinoide brauchst Du pro Tag?
Da die Provitamin-A-Carotinoide als Vorläufer für Vitamin A dienen, lässt sich der Vitamin-A-Bedarf auch über diese Pigmente abdecken. Dies ist insbesondere für vegan lebende Menschen wichtig. Seit dem Jahr 2020 gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Werte für die Vitamin-A-Zufuhr in Mikrogramm (µg) Retinolaktivitätsäquivalente (RAE) an.
Dabei gilt: 12 µg Beta-Carotin beziehungsweise 24 µg anderer Provitamin-A-Carotinoide aus der Nahrung entsprechen 1 µg Retinol (Vitamin A) – beziehungsweise 2 µg Beta-Carotin aus Nahrungsergänzungsmitteln.
Achtung: Erfolgt die Angabe als Retinoläquivalent (RE), entsprechen 6 µg Beta-Carotin 1 µg Retinol.9,46,47
Früher gab es einen Schätzwert für die wünschenswerte Aufnahme von Beta-Carotin, der zwischen 2 und 4 Milligramm (mg) pro Tag lag.48
Für andere Carotinoide gibt es seitens der DGE keine Zufuhrempfehlungen, auch wenn sie sekundären Pflanzenstoffen durchaus gesundheitsfördernde Wirkungen beziehungsweise schützende Effekte zugesteht, die für die Vorsorge (Prävention) von Krankheiten wichtig sein könnten.49
Aus Studien zur Augengesundheit leiten viele Fachleute die Empfehlung ab, täglich etwa 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin einzunehmen. Das ist nur über eine sehr gute Lebensmittelauswahl oder über Nahrungsergänzungsmittel sicherzustellen.25,50
Ernährungsstudien aus verschiedenen Ländern bestätigen übereinstimmend, dass die Zufuhr von Beta-Carotin unerlässlich ist, um den Vitamin-A-Bedarf zu decken.3
Carotinoide-Tagesbedarf
Nur für die Provitamin-A-Carotinoide gibt es Referenzwerte, die denen für Vitamin A entsprechen. Sie werden als Retinolaktivitätsäquivalente (RAE) angegeben. Um auf die gleiche Menge an RAE zu kommen, müssen allerdings mehr Carotinoide als vorgeformtes Retinol verzehrt werden.46
Vitamin-A-Tagesbedarf nach Alter (Tabelle)46
| Alter | Retinol | |
|---|---|---|
| µg-Aktivitätsäquivalenta/Tag | ||
| m | w | |
| Säuglinge | ||
| 0 bis unter 4 Monate | 500b | |
| 4 bis unter 12 Monate | 400b | |
| Kinder und Jugendliche | ||
| 1 bis unter 4 Jahre | 300 | |
| 4 bis unter 7 Jahre | 350 | |
| 7 bis unter 10 Jahre | 450 | |
| 10 bis unter 13 Jahre | 600 | |
| 13 bis unter 15 Jahre | 800 | 700 |
| 15 bis unter 19 Jahre | 950 | 800 |
| Erwachsene | ||
| 19 bis unter 25 Jahre | 850 | 700 |
| 25 bis unter 51 Jahre | 850 | 700 |
| 51 bis unter 65 Jahre | 850 | 700 |
| 65 Jahre und älter | 800 | 700 |
| Schwangere | 800 | |
| Stillende | 1300 | |
| aBerechnungsgrundlage: 1 μg Retinolaktivitätsäquivalent (retinol activity equivalent, RAE) = 1 μg Retinol = 12 μg β-Carotin = 24 μg andere Provitamin-A-Carotinoide. Hinweis: In einigen Nachschlagewerken und Lebensmitteltabellen finden sich auch Angaben in Retinoläquivalenten (retinol equivalent, RE), denen folgende Umwandlungsfaktoren zugrunde liegen: 1 μg RE = 1 μg Retinol = 6 μg β-Carotin = 12 μg andere Provitamin-A-Carotinoide. bHierbei handelt es sich um einen Schätzwert. | ||
Die Ohrenqualle (Aurelia aurita) lebt zuerst als ein sehr kleiner festsitzender Polyp, der aus einem hohlen Röhrenkörper, einer zentralen Mundöffnung und einem Kranz aus Tentakeln besteht. Zur ungeschlechtlichen Vermehrung teilt sich der Polyp in mehrere scheibenförmige Abschnitte, die sich zu den bekannten ausgewachsenen Quallen entwickeln. Für die Teilung ist Beta-Carotin notwendig, welches von Bakterien stammt.51,52
Carotinoide-Bedarf: Wie kannst Du Deinen Bedarf an Carotinoiden über die Ernährung decken?
Da der menschliche Körper Carotinoide nicht selbst herstellen kann, ist er auf ihre Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Um den Vitamin-A-Bedarf zu decken, können sowohl vorgeformtes Retinol verzehrt werden als auch Provitamin-A-Carotinoide. Letztere tragen zu etwa zwei Dritteln zu unserer Vitamin-A-Versorgung bei.
Was beeinflusst die Bioverfügbarkeit von Carotinoiden?
Die Bioverfügbarkeit gibt an, welchen Anteil der verzehrten Nahrungsmenge Dein Körper tatsächlich aus dem Darm aufnehmen und verwerten kann. Neben der individuellen Gen-Ausstattung hängt die Bioverfügbarkeit der Carotinoide von mehreren Faktoren ab, unter anderem:54
- Der Art der Lebensmittelmatrix: So ist beispielsweise Beta-Carotin aus Karotten besser verfügbar als aus Spinat.55
- Verarbeitung wie Aufbrechen der Lebensmittelmatrix und Wärmebehandlung: Kauen, Kleinschneiden, Pürieren und Erhitzen bricht oder weicht die Zellwände auf und macht Carotinoide oft leichter verfügbar als aus rohem Gemüse. Übermäßige Hitze kann andererseits Xanthophylle zerstören, da sie hitzeempfindlich sind.14,56
- Anwesenheit von Fett, da Carotinoide fettlöslich sind.
- Menge an Gallensäuren, da diese für die Fettverdauung benötigt werden.
Carotinoide-Lebensmittel: In welchen Lebensmitteln sind Carotinoide enthalten?
In gängigen Lebensmitteln kommen etwa 50 verschiedene Carotinoide vor, von denen 20 im Blut nachweisbar sind. Mehr als 90 Prozent entfallen dabei auf Beta-Carotin, Alpha-Carotin, Lycopin, Beta-Cryptoxanthin, Lutein und Zeaxanthin.7
Carotinoide finden sich insbesondere in Gemüse und Obst, das gelb, orange und rot gefärbt ist, wie Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, Paprika, Mangos, Mais und Aprikosen, aber auch in grünem Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Spinat und Feldsalat. Bei Letzteren überlagert das Blattgrün (Chlorophyll) die typische gelb-orange Farbe. Eine gute Quelle für Lutein und Zeaxanthin ist Eigelb. Die enthaltenen Mengen an Carotinoiden in Pflanzen wiederum hängen von Sorte, Umweltbedingungen, Reifegrad und Jahreszeit ab und können daher schwanken.14
Forschende untersuchen, ob und wenn ja, welche Wirkung Carotinoide auf das biologische Alter haben könnten. So deuten Ergebnisse aus mehreren Studien darauf hin, dass eine erhöhte Zufuhr verschiedener Carotinoide über die Nahrung bestimmte Marker für das biologische Altern positiv beeinflussen können.82,83
Carotinoide-Mangel: Wie äußert sich ein Mangel an Carotinoiden?
Wenn Du zu wenige Provitamin-A-Carotinoide verzehrst, kann Deine Vitamin-A-Versorgung gefährdet sein. Dies hängt jedoch von Deiner Ernährung insgesamt ab: Steht genügend vorgeformtes Retinol auf dem Speiseplan, ist die Versorgung mit Vitamin A kein Problem. Vorgeformtes Vitamin A ist in tierischen Lebensmitteln enthalten. Allerdings empfiehlt die DGE eine Ernährungsweise, bei der pflanzliche Lebensmittel mehr als drei Viertel und tierische Lebensmittel nur knapp ein Viertel des Speiseplans ausmachen.84
Lutein und Zeaxanthin spielen eine wichtige Rolle für die Augen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine geringe Versorgung mit diesen Carotinoiden die Sehfunktion beeinträchtigen könnte. Dies muss jedoch noch abschließend geklärt werden.
Carotinoide als Nahrungsergänzungsmittel: Kapseln, Tabletten & Co
Nahrungsergänzungsmittel mit Carotinoiden sind am häufigsten als Kapseln (oft als Weichkapseln mit Öl), aber auch als Tabletten, Pulver, Granulat oder Tropfen erhältlich.
Sie können als Monopräparat vorliegen, beispielsweise Kapseln nur mit Astaxanthin (z. B. Orthomol Astaxanthin) oder Beta-Carotin, oder als Komplex-Präparat (z. B. Orthomol Immun) in Kombination mit (vielen) weiteren Nährstoffen und/oder Pflanzenextrakten.
Carotinoide-Nebenwirkungen: Was ist bei einer Überdosierung von Carotinoiden zu beachten?
Eine Vitamin-A-Überdosierung kann die Leber schädigen und könnte bei Schwangeren dem ungeborenen Kind schaden. Dagegen werden Provitamin-A-Carotinoide nur langsam in Vitamin A umgewandelt; bei einer hohen Zufuhr von Beta-Carotin nimmt die Umwandlungsrate ab. Dadurch kann durch die Aufnahme von Provitamin-A-Carotinoiden keine Vitamin-A-Überdosierung entstehen.85
Werden sehr viele Carotinoide verzehrt, können sich die Pigmente in die Haut einlagern und diese dunkelgelb bis orange färben. Dies scheint harmlos zu sein. Der Verzehr von isoliertem Beta-Carotin in hoher Dosis kann jedoch bei Menschen, die rauchen, das Risiko für Krebs erhöhen.86,87
Deshalb gilt die Empfehlung, dass Nahrungsergänzungsmittel pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts maximal 3,5 mg Beta-Carotin enthalten sollen. Die EFSA sieht eine zusätzliche Aufnahme von Beta-Carotin als Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittelfarbstoff von bis zu 15 mg pro Tag als unbedenklich an – auch für Personen mit hohem Zigarettenkonsum.48
Durch die normale Ernährung kann keine gefährliche Überdosierung auftreten – auch nicht mit Lutein und Zeaxanthin, die maximal ebenfalls zu einer Gelbfärbung der Haut führen können.86 Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bei einer Aufnahme von bis zu 2 mg (isoliertem) Zeaxanthin pro Tag keine gesundheitlichen Bedenken.88 Aus Studien wird abgeleitet, dass auch eine tägliche Zufuhr von bis zu 20 mg (isoliertem) Lutein für Erwachsene unbedenklich ist.86
Wann sollte man Carotinoide nicht nehmen?
Warnung: Personen, die rauchen, sollten hochdosiertes Beta-Carotin wegen möglicher gesundheitlicher Risiken (Erhöhung des Krebsrisikos) meiden.