Tomaten: Nährwerte, Kalorien, Inhaltsstoffe, Zubereitung
Tomaten: „Hättest Du’s gewusst?“
Was sind Tomaten?
Tomaten (bot. Solanum lycopersicum) sind ein Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse und damit eng verwandt mit Kartoffeln und Paprika, aber erstaunlicherweise auch mit Tabak und Engelstrompeten. In Österreich sind sie unter dem Namen Paradeiser bekannt. Weitere Synonyme sind z. B. Paradiesapfel oder auch Liebesapfel.
Eine häufige Frage ist, ob es sich bei Tomaten um Obst oder Gemüse handelt. Botanisch gesehen zählen Tomaten zum Obst, genauer gesagt zu den Beeren, weil es sich um essbare Pflanzenteile handelt, die aus einer Blüte hervorgehen. Kulinarisch betrachtet werden die Früchte der Tomatenpflanze jedoch als Gemüse verstanden. Vor allem, da sie insbesondere in herzhaften Gerichten verarbeitet werden. Je nach Klassifikation werden Tomaten daher auch als Fruchtgemüse bezeichnet.
Ursprünglich stammt die Tomate aus Mittel- und Südamerika. Im 16. Jahrhundert wurde sie von Hernán Cortés, einem der bekanntesten Entdecker und Konquistadoren nach Christoph Columbus, erstmalig nach Spanien gebracht. So leitet sich die Bezeichnung „Tomate“ auch vom aztekischen Namen Xītomatl („Nabel des dicken Wassers“) bzw. Tomatl („dickes Wasser“) ab. Ursprünglich als Zierpflanze kultiviert, wurde sie in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts als Lebensmittel bekannt. Heutzutage sind Tomaten weltweit verbreitet und gehören zu den meistverzehrten Gemüsearten. Die drei größten Produzenten sind China, Indien und die Türkei.
Tomaten: Kalorien & Nährwerte
Tomaten bestehen zu über 94 Prozent aus Wasser. Der Kaloriengehalt liegt bei lediglich 19 kcal pro 100 g Tomaten. Damit handelt es sich um ein kalorienarmes Gemüse. Zum Vergleich: 100 g Erbsen haben z. B. 88 kcal. Zudem enthalten sie wenig Fett. Sie eignen sich daher ideal für die leichte Küche.
Nährwerttabelle Tomate: Durchschnittliche Nährwerte pro 100 g
|
Energie
|
81 kJ (19 kcal)
|
|
Wasser
|
94,2 %
|
|
Eiweiß
|
0,95 g
|
|
Fett
|
0,21 g
|
|
Kohlenhydrate
|
2,6 g
|
|
Ballaststoffe
|
0,95 g
|
|
Mineralstoffe
|
0,61 g
|
Tomaten: Inhaltsstoffe
Top-Inhaltsstoffe der Tomate
Vitamin C trägt u. a. bei zu einer normalen Funktion von Immunsystem, Energiestoffwechsel und Nervensystem sowie zu einer normalen psychischen Funktion und einer normalen Kollagenbildung. Des Weiteren trägt es bei zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.
Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Carotinoide. Es verleiht den Tomaten ihre rote Farbe und verfügt über antioxidative Eigenschaften. Lycopin wird mit verschiedenen gesundheitlichen Wirkungen in Verbindung gebracht. Erforscht wird u. a. eine mögliche Bedeutung für das Herz-Kreislauf-System, die Prostata sowie für Haut, Muskeln und Knochen.
Das steckt in 100 g Tomaten
Sind Tomaten gesund?
Tomaten enthalten viele Mikronährstoffe wie Vitamin C, Kalium, Eisen und Melatonin und sind damit sehr gesund. Sie haben nur wenige Kalorien und weisen eine hohe Nährstoffdichte auf. 100 g liefern Dir bereits mehr als ein Sechstel der Referenzmenge für die tägliche Zufuhr von Vitamin C, das viele wichtige Funktionen im Körper übernimmt, etwa bei der Immunabwehr und im Nervensystem. Daneben schützt es die Zellen als Antioxidans vor aggressiven Sauerstoffverbindungen. Wenn Du wissen möchtest, wo noch mehr Vitamin C drin ist, lies unseren Ratgeber: Vitamin C in Lebensmitteln.
Neben essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen enthalten Tomaten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe – insb. Carotinoide wie Beta-Carotin und Lycopin. Dass Nachtschattengewächse wie Tomaten der Gesundheit schaden können, gilt bei normalem Verzehr als Mythos. Allerdings solltest Du reife rote Früchte bevorzugen. Diese enthalten weniger des als bedenklich geltenden Pflanzenstoffes Solanin, der sich in grünen Pflanzenteilen befindet. Manche Menschen sind gegen Tomaten allergisch. Typische Reaktionen sind ein Kribbeln oder Brennen im Mund sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Tomaten enthalten Melatonin. Dieser Stoff wird auch vom Körper produziert, wo er als Hormon an der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist.
Tomaten: Lagerung
Tomaten richtig lagern: Am wichtigsten zu wissen ist, dass Tomaten nicht in den Kühlschrank gehören, auch nicht ins Gemüsefach. Sie sind kälteempfindlich und verlieren im Kühlschrank an Geschmack und Aroma. Das liegt daran, dass die Aromastoffe über den Stielansatz entweichen und die Kälte den Reifungsprozess stoppt, der für die Bildung von Aromastoffen verantwortlich ist. Am besten werden Tomaten an einem lichtgeschützten, luftigen Ort aufbewahrt. Die ideale Temperatur zu Lagerung liegt bei 12-16 Grad Celsius. Um Druckstellen zu vermeiden, legst Du sie vorzugsweise auf ein weiches Tuch. Bei richtiger Lagerung sind Tomaten bis zu 14 Tage haltbar.
Tomaten einfrieren
Grundsätzlich kannst Du Tomaten einfrieren. Allerdings enthalten sie sehr viel Wasser, das sich durch die Kälte ausdehnt. Dadurch werden die Zellwände zerstört und die Früchte werden matschig. Außerdem verlieren sie durch die Kälte an Aroma. Zum Rohverzehr eignen sie sich nach dem Auftauen deshalb eher nicht mehr. Zum Einfrieren solltest Du nur reife und feste Tomaten ohne Druckstellen verwenden. Du kannst sie als ganze Früchte ohne Strunk oder auch gestückelt oder püriert in einer Dose oder einem Beutel einfrieren. So bleiben sie mindestens 12 Monate haltbar.
Tomaten: Verwendung
Tomaten lassen sich vielseitig verwenden – roh, gedünstet, geschmort oder überbacken. Frische Tomaten sind ein Genuss in verschiedensten Salaten oder einfach als Tomatenbrot. Gekocht schmecken sie hervorragend als Tomatensuppe oder Tomatensoße für Pastagerichte. Ein Highlight nicht nur für Kinder ist Tomatenketchup. Besonders kräftig und aromatisch im Geschmack sind getrocknete Tomaten, mit denen Du beispielsweise Salate verfeinern kannst. Darüber hinaus kannst Du Tomaten auch in Essig und Öl einlegen und sie z. B. mit Feta und Baguette genießen.
Tomaten passen gut zu Fisch und gegrilltem Fleisch. Sie lassen sich auch gut mit anderem Gemüse kombinieren – von Fenchel über Oliven bis Zwiebeln. Ein Klassiker ist z. B. das Ratatouille, ein französischer Eintopf mit Tomaten, Auberginen, Zucchini, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. Zum Würzen von Tomatengerichten eignen sich neben Salz und Pfeffer mediterrane Kräuter wie Basilikum, Oregano oder Thymian. Die Früchte harmonieren sehr gut mit Olivenöl.
Tomaten roh essen
Tomaten sind eine beliebte Rohkost und können folglich sehr gut roh gegessen werden. Da beim Erhitzen Vitamine verloren gehen, sind sie roh besonders gesund. Gleichzeitig fanden Forscher heraus, dass sich beim Erhitzen die Konzentration an Lycopin erhöht, sodass auch gekochte Tomaten ein gesundes Lebensmittel sind. Da importierte Tomaten häufig mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind, empfiehlt es sich für den rohen Verzehr, Bio-Qualität zu verwenden oder die Tomaten selbst anzubauen. Roh schmecken sie z. B. gut mit Mozzarella und Basilikum.
Tomaten CO₂-Bilanz: Der ökologische Fußabdruck
Die Nachhaltigkeit von Tomaten ist stark von den Bedingungen ihrer Produktion abhängig. Laut einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) weisen frisch in Deutschland saisonal angebaute Tomaten einen vergleichsweise niedrigen CO₂-Fußabdruck von nur 0,3 kg CO₂-Äquivalenten pro Kilogramm auf. Im Vergleich dazu steigt der Fußabdruck für Tomaten, die in beheizten Gewächshäusern außerhalb der Saison angebaut werden, drastisch an. Diese sogenannten „Winter-Tomaten“ erzeugen mit 2,9 kg CO₂-Äquivalenten pro Kilogramm fast zehnmal so viel Emissionen.
Das Fazit ist, dass Tomaten als Sommergemüse nachhaltig sind, wenn sie saisonal und regional angebaut werden. Außerhalb der Saison ist es aus ökologischer Sicht sinnvoller, auf Konserven wie Dosen- oder Glas-Tomaten zurückzugreifen, die während der Saison produziert und konserviert wurden. Diese bieten eine umweltschonendere Alternative zu frischen Tomaten aus energieintensiven Winteranbauten in beheizten Gewächshäusern.
|
Lebensmittel
|
CO₂-Fußabdruck [kg CO2-Äq. / kg Lebensmittel]
|
|
Tomaten, frisch, Durchschnitt
|
0,8
|
|
Tomaten, aus Deutschland, saisonal
|
0,3
|
|
Tomaten, aus Südeuropa, Freiland
|
0,4
|
|
Tomaten (Bio), frisch
|
1,1
|
|
Tomaten, Kirschtomaten
|
0,9
|
|
Tomaten, aus Deutschland, beheiztes Gewächshaus, „Winter-Tomate“
|
2,9
|
|
Tomaten, passiert, Verbundkarton
|
1,6
|
|
Tomaten, passiert, Dose
|
1,8
|
|
Tomaten, passiert, Glas
|
1,9
|
|
Tomatenmark
|
4,3
|
Tomaten: Zubereitung
Beim Zubereiten von Tomaten gilt es nicht viel zu beachten, außer dass Du sie vor dem Verzehr gründlich waschen solltest. Außerdem solltest Du besser den Stielansatz entfernen. Der grüne Tomatenstrunk enthält nämlich das giftige Solanin. Aber keine Sorge: in geringen Mengen ist es völlig unbedenklich.
Ein Schälen oder Häuten ist nicht notwendig, zumal sich ein großer Teil des Lycopins in der Schale befindet. Bei manchen Gerichten wie feinen Cremesuppen kann dies jedoch aus kulinarischen Gründen sinnvoll sein. Besonders einfach gelingt dies, wenn Du die Tomaten blanchierst. Dazu schneidest Du sie an der Unterseite kreuzweise ein. Dann übergießt Du sie in einer Schüssel mit kochendem Wasser. Nach max. 30 Sekunden legst Du sie in eine Schale mit Eiswasser. Danach kannst Du die Haut ganz einfach abziehen.
Beim Schneiden von Tomaten gibt es mehrere Varianten. Du kannst sie je nach Verwendungszweck in Scheiben, Spalten oder Würfel schneiden. Viele schneiden die Tomaten von oben nach unten in Scheiben. Dadurch fallen allerdings oft die Tomatensamen heraus. Wenn Du sie quer statt längs schneidest, bleiben die Tomatenkammern bestehen, sodass der flüssige Teil mehr Halt hat. Wenn Du das Kerngehäuse hingegen entfernen möchtest, schneidest Du die Tomaten am besten in Spalten.
Rezepte mit Tomaten
-
Vegetarisch -
Laktosefrei -
Vegan
Tomaten: Botanische Infos und Tipps
Nach all der Warenkunde und den Betrachtungen der Tomate mt Blick auf die Ernährung, stellen wir Dir die Pflanze hier noch aus botanischer Sicht vor.
Tomaten Steckbrief
|
Deutscher Name
|
Tomate
|
|
Lateinischer Name
|
Solanum lycopersicum
|
|
Synonyme
|
Paradeiser, Paradiesapfel
|
|
Pflanzenfamilie
|
Solanaceae (Nachtschattengewächse)
|
|
Pflanzengattung
|
Solanum (Nachtschatten)
|
|
Heimat
|
Mittel- und Südamerika
|
|
Standort
|
sonnig, geschützt, überdacht
|
|
Boden
|
gut gelockert, humusreich, nährstoffreich
|
|
Pflanzzeit
|
nach den Eisheiligen
|
|
Pflanzabstand
|
60-80 cm
|
|
Wasserbedarf
|
hoch, täglich gießen, 500-800 ml
|
|
Dünger
|
Kompost, Hornspäne, Tomatendünger
|