Kupfer: Wofür? Wie viel? Welche Funktion? Was beachten?
Als Antioxidans schützt Kupfer unsere Körperzellen vor oxidativem Stress durch zu viele freie Radikale. Der Mineralstoff ist auch bedeutsam für das Immun- und Nervensystem. Zudem hilft er dabei, einen normalen Energiestoffwechsel aufrechtzuerhalten. Unser Körper kann Kupfer nicht selbst herstellen und nimmt es über Lebensmittel und Trinkwasser auf. Bedeutsame tierische Kupfer-Lieferanten sind Fische, Schalen- und Krustentiere und Innereien wie Leber. Zusätzlich versorgen uns pflanzliche Lebensmittel wie Kakao, Kaffee, Nüsse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte mit dem wichtigen Spurenelement. Hier erfährst Du, wofür Kupfer wichtig ist, wie eine Überdosierung oder ein Mangel sich auswirkt und mit welchen Lebensmitteln du Deinen Bedarf decken kannst.
Was ist Kupfer?
Kupfer – was ist das genau: Kupfer ist ein metallischer Mineralstoff, der für den menschlichen Körper lebensnotwendig ist. Mineralstoffe sind anorganische Bestandteile aus pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln. Sie werden unterteilt in Mengen- oder Spurenelemente, je nachdem, wie viel der Organismus davon benötigt. Kupfer wird dementsprechend als Spurenelement bezeichnet.
Kupfer kommt hauptsächlich als zweiwertiges Ion vor. Da es zur Komplexbildung mit wichtigen Verbindungen wie Proteinen neigt, liegt Kupfer im Körper oder in der Nahrung nicht als freies Ion, sondern gebunden vor. Diese Verbindungen des Kupfers mit Proteinen werden als Metalloproteine bezeichnet. Sie spielen beispielsweise eine Rolle bei der Bildung von Bindegewebe, beim Eisenstoffwechsel und beim zellulären Energiestoffwechsel sowie beim Abbau von Harnsäure.
Kupfer gilt als essenzielles, d. h. lebenswichtiges Spurenelement. Unser Körper kann selbst kein Kupfer herstellen. Daher ist es wichtig, dass Du es regelmäßig über die Nahrung von außen zu Dir nimmst. Kupfer findet sich vor allem in Getreideprodukten, Nüssen, Innereien, Fisch und Hülsenfrüchten.
Auch über das Trinkwasser nehmen wir Kupfer auf. Das ist unter anderem davon abhängig, ob die Wasserleitungen aus Kupferrohren bestehen. Außerdem spielt der pH-Wert des Wassers eine Rolle, sowie sein Kalkgehalt. Vor allem bei niedrigem pH-Wert (unter 7,3) kann Kupfer aus Kupferleitungen in das Trinkwasser übergehen. In Deutschland ist eine Obergrenze von 2 Milligramm Kupfer pro Liter Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung festgelegt.
In Europa regeln entsprechende Richtlinien, welche Kupferverbindungen in der Ernährung eingesetzt werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise Kupfercarbonat und -citrat.
In der Lebensmittelindustrie sind zudem bestimmte Kupferverbindungen als Zusatzstoffe zugelassen. Ein Beispiel ist der Zusatz E 141 (Kupferkomplexe der Chlorophylle und Chlorophylline), der als grüner Farbstoff für Lebensmittel verwendet werden kann.
Interessante Fakten zu Kupfer
- Frühgeborene brauchen vermehrt Kupfer:
In der Leber von Ungeborenen wird erst im letzten Schwangerschaftsdrittel ein Kupfervorrat angelegt. Entsprechend verfügen zu früh geborene Babys über einen kleineren Speicher dieses wichtigen Mineralstoffs. Außerdem benötigen sie durch das Aufholwachstum mehr Kupfer. Aus diesem Grund enthält Frühgeborenen-Nahrung zusätzlich Kupfer. - Je grüner die Pflanze, desto mehr Kupfer:
Der Kupfergehalt in unseren Nahrungsmitteln schwankt und ist bei Pflanzen vor allem abhängig von der Qualität des Wassers, der geografischen Lage und dem Einsatz von Dünger. Grundsätzlich ist die Kupferkonzentration in ursprünglich grünen Pflanzenteilen höher. - Kupfer verhilft uns zur Pigmentierung:
Melanin ist ein dunkles Pigment, das in unserem Körper die Farbe der Haut, Haar oder Iris bestimmt. An der Bildung des Farbstoffs ist ein bestimmtes Enzym beteiligt. Als Co-Faktor benötigt dieses Enzym Kupfer-Ionen. Unsere Pigmentierung ist somit eng mit Kupfer verbunden.
Die Bedeutung von Kupfer als Mineralstoff und der Zusammenhang mit dem Transport von Eisen wurde erstmals 1928 an Versuchstieren beobachtet. Blutarmut bei Ratten ließ sich nicht allein durch die Gabe von Eisen heilen. Der japanische Wissenschaftler Shigemasa Osaki konnte zeigen, dass ein von Kupfer abhängiges Blutplasmaprotein eine Rolle im Eisenstoffwechsel spielt. Während es 1931 bereits erste Beweise für Symptome eines Kupfermangel bei Säuglingen gab, wurden sie erst 1974 auch bei Erwachsenen beschrieben.
Aufgaben und Funktionen: Wofür braucht der Körper Kupfer?
Was macht Kupfer im Körper? Kupfer ist an verschiedenen Vorgängen wie dem Eisentransport beteiligt und für unterschiedliche Körpersysteme wie das Nerven- und das Immunsystem erforderlich. Als Co-Faktor verschiedener Enzyme ist Kupfer für lebenswichtige Prozesse im Körper von Bedeutung.
Über die Nahrung wird Kupfer zu einem geringen Anteil aus dem Magen und vorwiegend aus dem oberen Dünndarm aufgenommen. Es wird zunächst reduziert und gelangt dann im Blut mit speziellen Transportproteinen (wie Albumin) zur Leber, dem wichtigsten Organ des Kupferstoffwechsels. Als Speicher dienen die Muskulatur (40 Prozent des Kupfervorrats eines Erwachsenen befinden sich dort), die Knochen (20 Prozent), die Leber (15 Prozent), das Gehirn (10 Prozent) und das Blut (6 Prozent). Es findet sich aber in Spuren auch in allen anderen Körpergeweben.
Kupfer geht Komplexe mit Proteinen ein und fungiert als Co-Faktor von Metalloenzymen. Dabei nimmt es an elektronenübertragende Reaktion teil.
Die kupferabhängigen Enzyme sind von entscheidender Bedeutung für:
- Den zellulären Energiestoffwechsel
- Das Nervensystem (Bildung und Abbau von Botenstoffen)
- Die Pigmentierung von Haar, Haut und Augen (Melaninsynthese)
- Den Eisenstoffwechsel
- Die Reduzierung von oxidativem Stress als Cofaktor von antioxidativen Enzymen
- Das Immunsystem
- Die Synthese des Bindegewebes (Vernetzung von Kollagen und Elastin)
- Die Hämatopoese (Bildung und Differenzierung verschiedener Blutzellen)
Die genannten Funktionen sind gut untersucht und verstanden. Neuere Studien der letzten Jahre befassen sich zusätzlich mit dem Thema Fettstoffwechsel und einem möglichen Einfluss von Kupfer:
Kupfer und der Fettstoffwechsel
Neueren Untersuchungen zu Folge ist Kupfer auch am Fettstoffwechsel maßgeblich beteiligt. Beobachtungen zeigen, dass starkes Übergewicht und ein erhöhter Cholesterinspiegel mit einem niedrigen Kupfergehalt im Gewebe verbunden sind. Es gibt Hinweise aus Tierstudien, dass eine Gabe von Kupfer die Anreicherung von Fett im Gewebe verringert. Weitere Ergebnisse an Mäusen weisen ebenfalls auf einen Einfluss von Kupfer auf den Fettabbau hin. Dabei beeinflusst Kupfer einen sehr wichtigen Botenstoff für den Informationsaustausch zwischen Körperzellen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die komplexe Beziehung des Kupfer- und Fettstoffwechsels vollständig aufzuklären.
Gesundheitsbezogene Angaben: Health Claims von Kupfer
Die Funktionen von Kupfer wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Union gesundheitsbezogene Angaben, sogenannte Health Claims, festgelegt. Hier findest Du die Health Claims von Kupfer, wobei wir uns die aufgeführten Funktionen einmal genauer anschauen:
In unserem Körper sind bestimmte Enzyme und Proteine an Reaktionen beteiligt, die Fette im Fettgewebe abbauen. Ein bestimmtes Enzym, die Cytochrom c-Oxidase, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es ist kupferabhängig, das heißt ohne Kupfer arbeitet dieses Enzym nicht. Infolgedessen wird die Funktion der Mitochondrien, die auch Kraftwerke der Zellen genannt werden, beeinträchtigt. Zwischen der Aufnahme von Kupfer über die Nahrung und einem normalen Energiestoffwechsel besteht somit ein Zusammenhang.
Ein wichtiges Enzym des Energiestoffwechsels (die Cytochrom c-Oxidase) benötigt für seine Funktion Kupfer. Das Enzym ist Teil der sogenannten Atmungskette, einer Kaskade biochemischer Reaktionen, mit der unser Körper aus Nahrung und körpereigenen Speichern (etwa Fett) eine Art universellen Treibstoff für den Stoffwechsel (ATP) gewinnt. Diese Umwandlung findet in den sogenannten Mitochondrien statt. Das sind kleine Funktionseinheiten in der Zelle, die auch als „Zellkraftwerke” bezeichnet werden. Kupfer ist für die Energiegewinnung in den Mitochondrien unverzichtbar.
Kupfer hat zwei wichtige Funktionen in unserem Nervensystem. Die erste bezieht sich auf die isolierende Schicht unserer Nervenfasern, dem  Kupfer ist für die Bildung und Erhalt dieser für die Nervenzellen wichtigen Schicht erforderlich. Studien belegen, dass bei Tieren mit Kupfermangel die Myelinschicht beeinträchtigt ist und das Nervengewebe abstirbt.
Zudem hat Kupfer einen Einfluss auf die normale Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Damit die Reizweiterleitung funktioniert, werden bestimmte Substanzen, die Neurotransmitter, benötigt. Zu diesen Substanzen gehören auch Kupfer-abhängige Neurotransmitter, die Katecholamine.
Im Haar befinden sich Farbstoffe, die Melanine. Sie sind braun bis schwarz und bestimmen je nach Menge die Haarfarbe.
An der Bildung von Melanin ist das Enzym Tyrosinase beteiligt. E benötigt Kupfer als Katalysator (Beschleuniger). Wird die Zusammenarbeit von Enzym und Kupfer gestört, beispielsweise durch eine Mutation, werden keine oder nur wenige Pigmente im Haar gebildet. Je nach Ausprägung sind die Haare dann rötlich bis ganz weiß. Diese Störung in der Melanin-Biosynthese wird Albinismus genannt. Pigmentlose Haare werden bei Tieren beobachtet, die eine kupferarme Ernährung erhalten.
Melanine sind Farbstoffe, die sich in Haut, Haar und Augen befinden und deren Farbe bestimmen. Sie dienen als Lichtfilter und schützen das Gewebe vor Schäden durch ultraviolettes Licht.
Zur Bildung dieser Pigmente ist das Enzym Tyrosinase notwendig. Das Enzym wiederum braucht Kupfer, um richtig arbeiten zu können. Liegt eine Mutation vor, die das Zusammenwirken von Kupfer und dem Enzym verhindert, führt das zu Albinismus. Je nach Ausprägung ist die Haut dann rötlich, gelblich oder die Pigmentierung fehlt völlig.
Blutarmut, von Medizinern Anämie genannt, kann die Folge eines Kupfermangels sein. Studien zeigen, dass sich bei Tieren mit Kupfermangel Eisen in der Leber anreichert. Dies deutet darauf hin, dass Kupfer für den Eisentransport von der Leber zum Knochenmark erforderlich ist. Im Knochenmark erfolgt die Bildung roter Blutkörperchen. Bei ausgeprägtem Kupfermangel ist der Eisentransport im Körper somit stark eingeschränkt. Das Eisen reichert sich dann auch in anderen Geweben außer der Leber an. Die Blutarmut, die ein Kupfermangel verursacht, ähnelt derjenigen, die durch einen Eisenmangel verursacht wird.
Oxidativer Stress bedeutet, dass zu viele freie Radikale im Körper vorhanden sind, beispielsweise durch schädliche äußere Einflüsse wie UV-Strahlung oder Umweltgifte. Freien Radikalen fehlt ein Elektron, das sie ersetzen wollen. Dafür müssen sie es einem anderen Molekül nehmen. Dieses Phänomen gehört zum normalen Stoffwechsel. Ist die Zahl der freien Radikalen zu hoch, kann es jedoch zu Schäden an den Zellen kommen. Um diesen Mechanismus in biologisch wichtigen Strukturen wie der Erbsubstanz, Proteinen und Lipiden zu verhindern, verfügt unser Körper unter anderem über ein Abwehrsystem mit einer Reihe von Enzymen. Diese fangen freie Sauerstoff- oder Stickstoffradikale ab. Die Aktivität einiger dieser Enzyme hängt von der Zufuhr von Kupfer ab, wie zum Beispiel Cytochrom c-Oxidase und Superoxiddismutase. Liegt ausreichend Kupfer im Körper vor, können die genannten Enzyme korrekt arbeiten und so verschiedene Körperzellen vor oxidativen Schäden schützen.
Verschiedene Enzyme, die für unser Immunsystem wichtig sind, sind abhängig von der Zufuhr von Kupfer. Dazu gehört zum Beispiel das Enzym Cytochrom c-Oxidase, das für die Energieproduktion der Zellen – auch von Immunzellen- benötigt wird. Ein weiteres Kupferenzym, die Superoxiddismutase, spielt eine Rolle beim Schutz der Immunzellen vor Sauerstoffmolekülen.
Schwerer Kupfermangel verändert die Erscheinung und Aktivität von Immunzellen in Blut, Knochenmark und lymphatischem Gewebe. Betroffen sind beispielsweise T-Lymphozyten. Es kann auch eine Neutropenie, also eine verminderte Zahl von bestimmten weißen Blutkörperchen, vorkommen.
Der Einfluss von Kupfer auf das Immunsystem zeigt sich auch durch die Menkes-Krankheit. Diese genetische Störung führt zu schwerem Kupfermangel in einigen Geweben. Säuglinge mit dieser Erkrankung leiden unter häufigen und schweren Infekten.
Kupfer ist ein Co-Faktor des Enzyms Lysyloxidase. Dieses Enzym ist an der Vernetzung von Elastin und Kollagen beteiligt. Diese Strukturproteine bilden das Gerüst für ein gesundes Bindegewebe.
Hättest Du das über Kupfer gewusst?
- Auch Pflanzen brauchen Kupfer:
Nicht nur Tiere und Menschen, auch Pflanzen benötigen gewisse Mengen Kupfer - sie nutzen es für die Photosynthese. Es gibt Grünalgen, die im Falle einer Kupferunterversorgung diese sogar umstellen. Dazu benutzen sie dann nicht mehr ein kupferhaltiges Protein, sondern ein eisenhaltiges. In der Landwirtschaft kommen mitunter kupferhaltige Dünger zum Einsatz. Dabei kommt den Pflanzen nicht nur die zusätzliche Menge an Kupfer für die Photosynthese zugute. Das Spurenelement hilft zusätzlich dabei, Schadpilze zu bekämpfen, da es in höheren Konzentrationen unter anderem deren Zellmembran schädigt. - Kupfer – eines der ersten wichtigen Metalle:
Bereits vor über 10.000 Jahren war für uns Menschen Kupfer bedeutsam. Nach der Jungsteinzeit war Kupfer für über 2000 Jahre das einzige für die Verarbeitung verfügbare Metall. Es wurde nicht nur zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen verwendet-, sondern auch zu Schmuckstücken verarbeitet. - Kupfer in der Medizin:
Kupfer hat desinfizierende Eigenschaften und findet sich daher zum Beispiel in Augen- und Gurgellösungen. Kupferionen sind auch für die empfängnisverhütende Wirkung der sogenannten „Spirale” verantwortlich: Dieses Verhütungsmittel gibt kleine Mengen von Kupferionen ab, die die Beweglichkeit der Spermien einschränken und diese damit weitgehend unfruchtbar machen. Gleichzeitig verändern die Kupferionen die Gebärmutterschleimhaut und verhindern im unwahrscheinlichen Fall der Befruchtung die Einnistung der Eizelle.
Tagesbedarf: Wie viel Kupfer am Tag?
Wie viel Milligramm Kupfer pro Tag ist empfehlenswert? Du kannst Dich bei dieser Frage gut an den D-A-CH-Referenzwerten orientieren. Die Fachgesellschaften der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz benennen gemeinsam die empfohlenen Mengen für die tägliche Zufuhr von Nährstoffen und Energie.
Der Kupfer-Tagesbedarf liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Kinder ab sieben Jahren und Erwachsenen schätzungsweise bei 1,0 bis 1,5 Milligramm (mg) Kupfer. Schwangere und Stillende haben keinen erhöhten Tagesbedarf an Kupfer.
Bei jüngeren Kindern ab einem Jahr beträgt er 0,5 bis 1,0 mg Kupfer pro Tag. Für Säuglinge ist die Tagesdosis auch altersabhängig. Bis unter vier Monate brauchen Babys 0,2 bis 0,6 mg Kupfer täglich und ab einem Alter von vier bis unter 12 Monaten 0,6 bis 0,7 mg Kupfer pro Tag. Alle genannten Angaben sind Schätzwerte.
Durch längerfristige Einnahme von anderen Spurenelementen, wie hochdosiertem Zink oder Eisen, kann es zu einem Kupfermangel kommen. Auch hochdosierte Therapien mit Magensäurebindern (Antazida) können sich negativ auf die Kupferversorgung auswirken.
Der Kupfergehalt von Frauenmilch ist nicht gleichbleibend, sondern nimmt kontinuierlich in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auf ein Drittel ab. Der Säugling selbst verfügt bei der Geburt bereits über einen Kupferspeicher in der Leber.
Kupfer: Referenzwerte
| Alter | Kupfer mg/Tag | |||
|---|---|---|---|---|
| Säuglinge | ||||
| 0 bis unter 4 Monate | 0,2–0,6 | |||
| 4 bis unter 12 Monate | 0,6–0,7 | |||
| Kinder | ||||
| 1 bis unter 4 Jahre | 0,5–1,0 | |||
| 4 bis unter 7 Jahre | 0,5–1,0 | |||
| 7 bis unter 10 Jahre | 1,0–1,5 | |||
| 10 bis unter 15 Jahre | 1,0–1,5 | |||
| Jugendliche und Erwachsene | ||||
| 15 Jahre und älter | 1,0–1,5 | |||
In Deutschland wird bei gesunden Menschen die Versorgung mit dem Spurenelement Kupfer als ausreichend angesehen. Vegetarier haben eine etwas höhere Kupferaufnahme als Personen, die sich nicht rein vegetarisch ernähren.
Kupfer: den Bedarf decken
Gute pflanzliche Lieferanten des Spurenelements Kupfer sind Kakao und daraus hergestellte Schokolade, Kaffee, Tee, Nüsse, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte. Unter den tierischen Produkten sind Innereien wie Leber (besonders von Wiederkäuern), Fisch, Schalen- und Krustentiere hervorzuheben. Als kupferarm gelten Milch und Milchprodukte, ausgemahlene Mehle, Hähnchenfleisch und Kartoffeln.
Der durchschnittliche Tagesbedarf eines Erwachsenen an Kupfer kann zum Beispiel mit einer Handvoll Cashewkernen (30 Gramm) und je einer kleinen Portion von 75 Gramm Haferflocken und Kichererbsen erreicht werden.
In Deutschland wird die Versorgungslage mit Kupfer bei gesunden Menschen als gut angesehen. Unter bestimmten Belastungen, wie beispielsweise Ausdauersport in größerem Ausmaß, kann mitunter eine Nahrungsergänzung ratsam sein, um möglichen Engpässen in der Versorgung mit Kupfer entgegenzuwirken.
Kupfer: Wo enthalten?
Welches Obst oder Gemüse enthält Kupfer, wirst Du Dich vielleicht fragen. Tatsächlich spielt Obst als Kupfer-Lieferant eher eine untergeordnete Rolle. Auch Gemüse ist nicht so zahlreich vertreten in unserer Aufzählung empfehlenswerter Lebensmittel. Generell sind Hülsenfrüchte, wie Kichererbsen und Linsen, unter den Gemüsen nennenswerte Kupfer-Lieferanten.
Wenn Du auf der Suche nach Lebensmittel mit Kupfer bist, wirst Du besonders fündig bei Kakao, Leber, Nüssen, Fischen und Getreideprodukten, wie unsere nachfolgende Auswahl zeigt.
Die Bioverfügbarkeit von Kupfer aus der Nahrung, also wie viel Kupfer aus Lebensmitteln vom Körper aufgenommen wird, kann von der Anwesenheit anderer Mineralstoffe und Komplexbildnern in der Nahrung abhängen. Beispielsweise können hohe Konzentrationen von Zink, Eisen und Cadmium hemmend auf die Aufnahme von Kupfer wirken, einige Aminosäuren können hingegen die Absorption fördern.
Kupfermangel: Symptome & Ursachen
Wann ist der Kupferwert zu niedrig? Und wie macht sich dann ein Kupfermangel dann bemerkbar? Die Ursachen eines Kupfermangels können in Erkrankungen liegen, die einen Einfluss auf die Aufnahme oder Speicherung dieses wichtigen Spurenelements haben. Es kommen aber auch nicht-Krankheits-bedingte Auslöser vor.
Kupfermangel Symptome: Wie äußert sich Kupfermangel?
Zu den allgemeinen Symptomen eines Kupfermangels zählen:
- Müdigkeit
- Blutarmut (Anämie) und verringerte Zahl weißer Blutkörperchen
- Reizbarkeit, Verwirrtheit und Depression
- Muskelschwäche und eingeschränkte Koordination
- Knochenabnormalitäten und Osteoporose
- verringerte Pigmentierung der Haut und Haare
Bei angeborenen Störungen der Kupferverteilung, wie dem Menkes-Syndrom, können zudem Erbrechen und Durchfall, Minderwuchs, graue Verfärbung und Kräuselung der Haare, schwere neurologische Probleme (wie ein degeneriertes Zentralnervensystem) sowie Gefäßaneurysmen (geweitete Blutgefäßwände) auftreten.
Da neuere Untersuchungen zeigen, dass Kupfer vermutlich eine Rolle beim Fettstoffwechsel spielt, wird ein möglicher Zusammenhang zwischen einem Kupfermangel und einer Gewichtszunahme diskutiert. Die bisherigen Daten reichen aber nicht aus, um diese Annahme zu bestätigen.
Kupfermangel Ursachen: Wie kann es zu einem Kupfermangel kommen?
Zu den Ursachen eines Kupfermangels gehören:
- Menkes-Syndrom, eine angeborene Störung der Aufnahme von Kupfer im Darm
- Krankheiten, die eine gestörte Aufnahme von Wirkstoffen verursachen, etwa die chronische Darmentzündung Morbus Crohn, eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) und die angeborene Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose
- Unterernährung, insbesondere bei Kindern
- langfristige parenterale Ernährung (künstlich über Infusion)
- ungenügende Kupfer-Speicher bei Frühgeborenen
- zu hohe Zink-Zufuhr (bei einer Einnahme von Zink-Präparaten zur Behandlung eines Zink-Mangels kann eine gleichzeitige Gabe von Kupfer-haltigen NEMs sinnvoll sein, um Kupfer-Mangel vorzubeugen
Kupfer: Darreichungsformen
Möchtest Du Deine tägliche Kupferzufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützen, stehen Dir verschieden Darreichungsformen zur Verfügung. Am besten lässt Du dich in der Apotheke oder beim Arzt beraten, welches Präparat und welche Dosierung für Dich und Deinen Zweck geeignet ist. Besprich zunächst mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, ob eine Nahrungsergänzung für Dich sinnvoll ist.
Kupfer liegt zum Beispiel in folgenden Darreichungsformen, zum Teil als Kombipräparat mit anderen Mikronährstoffen, vor:
- Kupfer-Tabletten
- Kupfer-Kapseln
- Kupfer-Lösung
- Kupfer-Granulat
Liegt ein starker nachgewiesener Kupfermangel vor, etwa durch eine Erkrankung oder eine künstliche Ernährung per Infusion, erhalten die Betroffenen hochdosiertes Kupfer meist als Infusion per Spritze.
Zu viel Kupfer: Überdosierung
Im Allgemeinen ist eine akute oder chronische Vergiftung mit Kupfer beim Menschen eher selten. Am ehesten sind Menschen von einer Überversorgung betroffen, die erhöhte Kupfermengen über das Trinkwasser einnehmen, und solche mit erblicher Veranlagung.
Die Kupferkonzentration im Wasser hängt vom natürlichen Mineraliengehalt und dem pH-Wert des Wassers sowie den Leitungen ab, in denen das Trinkwasser zu uns gelangt. Wird weiches (kalkarmes) und saures Wasser durch Kupferrohre geleitet, enthält es hohe Kupferkonzentrationen. So werden mitunter über das Trinkwasser bis zu 50 Prozent der Gesamtkupferzufuhr aufgenommen. Insbesondere Säuglinge können von einer Überversorgung betroffen sein, wenn die Nahrung aus Leitungswasser von Hausbrunnen mit Kupferleitungen hergestellt wird.
Insgesamt ist eine Überdosierung von Kupfer selten. Liegt überschüssiges Kupfer im Körper vor, scheidet die Leber es mit der Gallenflüssigkeit aus. Nimmst Du kurzfristig etwas zu hohe Kupfermengen auf, kann das Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen.
Kupfer: Überschuss durch Morbus Wilson
Zu den erblichen Ursachen eine Überversorgung gehört die Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson. Sie führt dazu, dass sich Kupfer übermäßig in der Leber ansammelt, da die Leber das überschüssige Kupfer nicht wie bei gesunden Menschen über den Gallensaft ausscheiden kann.
Zu den vorrangigen Symptomen gehören Zellschäden an der Leber und dem zentralen Nervensystem. Frühe Anzeichen bei den meisten Betroffenen sind zum Beispiel Zittern, Koordinationsstörungen, Sprech- und Schluckbeschwerden sowie Persönlichkeitsveränderungen. Bei anderen Erkrankten stellen sich als erste Symptome Probleme mit der Leber ein. Typisch ist eine grün-bräunliche, ringförmige Verfärbung um die Iris im Augeris, die durch Kupfereinlagerung entsteht (der sogenannte Kayser-Fleischer-Ring). Darüber hinaus können Schäden an zahlreichen weiteren Organen, wie Niere, Leber, Herz, Gebärmutter und Eierstöcken, durch Morbus Wilson auftreten.
Kupfer: Höchstmengen
Die maximale Zufuhr eines Nährstoffs pro Tag wird als Tolerable Upper Intake Level (UL) angegeben. Bei diesem Wert wird auch bei langfristiger Einnahme keine gesundheitliche Beeinträchtigung erwartet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Kupfer einen UL von 5 mg pro Tag bei Erwachsenen ermittelt. Da bei der Aufnahme auch das Körpergewicht eine Rolle spielt, gilt für Kinder und Jugendliche von 11 bis 18 Jahren mit ihrem geringeren Gewicht ein UL von 4 mg täglich.