Jod in Lebensmitteln – Wo ist Jod drin?
Und ohne die genannten Schilddrüsenhormone würden viele andere Funktionen im Körper nicht korrekt ablaufen. So sind sie beispielsweise an der Regulierung der Körpertemperatur, an der Steuerung der Herz-Kreislauf-Funktion und somit auch des Blutdrucks beteiligt. Sie beeinflussen zudem die Synthese verschiedener Eiweiße und Enzyme. Auch für Energieverbrauch und Grundumsatz sind Thyroxin und Trijodthyronin wichtig. Die Hormone nehmen Einfluss auf den Kohlenhydrat- und den Fettstoffwechsel.
Jod hat allerdings auch noch andere Funktionen außerhalb des Körpers. So wird es als Mittel zur Wunddesinfektion genutzt (Povidon-Jod) und kommt in Röntgenkontrastmitteln zum Einsatz. Darüber hinaus ist Jod Bestandteil einiger Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen.
Chemisch gesehen ist Jod ein Halogen – und zwar eines der seltensten, das auf der Erde vorkommt. Pro Kilogramm findet sich in der Erdkruste etwa ein halbes Milligramm Jod. Damit ist es in etwa so häufig wie Silber. Es kommt in verschiedenen Formen vor, darunter Natriumjodat, Lautarit und Jodit. Dass es regional in unterschiedlichem Maße vertreten ist, beeinflusst auch die Versorgung der Bevölkerung.
Lebensmittel mit besonders viel Jod: Wo ist viel Jod enthalten?
Welches Obst und Gemüse hat Jod? Kaum eines und wenn, dann nur sehr wenig. Denn Deutschland gilt nach wie vor als Jodmangelgebiet. Das liegt daran, dass in den Böden nur sehr wenig Jod vorhanden ist. Deshalb enthalten Pflanzen, die auf diesen Böden wachsen, so gut wie gar kein Jod. Obst und Gemüse somit auch nicht. Viele jodhaltige Nahrungsmittel finden sich jedoch im Meer. Mit ein Grund dafür ist, dass das Jod aus den Böden vom Regen in Richtung Meer ausgewaschen wird. Meeresfrüchte und Fisch sind deshalb gute Jodlieferanten. Thunfisch enthält zum Beispiel viel Jod, ebenso Seelachs.
Algen und Seetang sind in der japanischen Küche beliebte Zutaten – und gehören zu den jodreichen Lebensmitteln. Die Asiaten sind jedoch an die wechselnd hohe Jodzufuhr gewöhnt. Europäer hingegen nicht. Deshalb wird davor gewarnt, den Jodbedarf über getrocknete Algen und ähnliche Produkte zu decken. Denn die getrockneten Algenprodukte können bis zu 6.500 Milligramm Jod pro Kilogramm enthalten. Damit kann schon bei einer Menge von einem Gramm die von der EFSA maximale empfohlene Tagesmenge Jod von 600 Mikrogramm überschritten werden.
Neben Fisch und Meeresfrüchten bieten auch andere tierische Lebensmittel die Möglichkeit einer guten Jodversorgung. Grund sind mit Jod angereicherte Futtermittel. Milch und Milchprodukte sowie Fleisch enthalten deshalb ebenfalls Jod.
Die Hauptversorgung mit Jod erfolgt hierzulande jedoch über Jodsalz, dass in etwa 80 Prozent der deutschen Haushalte regelmäßig auf den Tisch kommt. Die Anreicherung von Salz mit Jod erfolgte auf Anraten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Jodgehalt von jodiertem Speisesalz liegt bei 15 bis 25 Milligramm Jod pro Kilogramm.
Top Quellen für Jod
Du willst wissen, wie Du Deinen Jodbedarf decken kannst? Die Lebensmittel auf der folgenden Liste können helfen, Deine tägliche Jodzufuhr zu erreichen. Die Angaben beziehen sich jeweils auf Mikrogramm (µg) Jod pro 100 Gramm (g) des Lebensmittels: